Ein Unternehmen der evangelischen Kirche und Logo Diakonie

Freitag, 19. Juli 2019

Mut aufbringen, Grenzen überwinden

„Ausschließlich positive Erfahrungen“ habe man mit Josef Geitz von der Sozialverwaltung des Bezirks gemacht, betonte Angelika Krüger. Die Leiterin der pädagogischen Dienstleistungen beim Werkhof Regensburg diskutierte bei einer Fachtagung mit dem Leiter der Sozialverwaltung, Dr. Benedikt Schreiner, Thomas Fehr von der PSAG Nordoberpfalz und einem Vertreter des Sozialteams über das Thema Arbeit von und für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung.

„Wenn er – Geitz – sagte, so ist es, dann ließen seine Worte keinen Handlungsspielraum und das haben wir sehr geschätzt“, beschrieb Krüger die Zusammenarbeit mit den Bezirksmann. Bis zu seiner Pensionierung war dieser für Zuschüsse zuständig, mit denen auch beim Werkhof Zuverdienst-Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.

In der Diskussion schilderte Krüger ein Beispiel für eine gelungene Integration durch diese Förderung: „Herr L. fand Ende der 80er Jahre bei uns eine Anstellung im Handwerksbereich. Unterbrochen durch längere Ausfallzeiten aufgrund seiner Krankheit, wurde die Festanstellung zunehmend eine Überforderung für ihn und auch den Betrieb. Seit 2004 führt der Werkhof das Projekt Zuverdienst durch durch. Auf diese Weise konnte Herr L. in dieses Projekt überführt werden und ist bis heute beim Werkhof. Er fühlt sich wohl, kann mittlerweile auch wieder selbständig in eigener Wohnung leben und möchte die letzten Jahre bis zur Rente auch bleiben.“

Künftig wünscht sie sich für die Arbeit, „dass die Grenzen zwischen Leistungserbringern, Trägern und Behörden noch weniger und Türen noch mehr geöffnet werden.“ Zudem sollten Barrieren zwischen Betroffenen und Sogenannten Normalos verschoben werden und irgendwann ganz verschwinden. „Wir sollten den Mut haben, dies auch zu leben“, wandte sich Krüger ans aufmerksame Publikum.