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Donnerstag, 25. Januar 2018

Bilder eines späten „Wunderkinds“

„Wunderkinder“ werden fast immer früh entdeckt. Eine späte Begabung ist dagegen bei einer Maßnahme des Werkhofs zur Qualifizierung von schwer vermittelbaren Arbeitslosen zum Vorschein gekommen. Solche Kurse führt das Integrationsunternehmen mit unterschiedlichen Personengruppen im Auftrag der Jobcenter durch. In einer solchen Maßnahme zur Berufsfindung ist seit einem Jahr der einstige DDR-Vertragsarbeiter Pham Van An in der Lehrwerkstatt des Werkhofs beschäftigt. Unter Anleitung eines Schreinermeisters begann er zunächst Puppenhäuser, Figürchen und Dübelbäume zu bauen.

Dann fing er an Bilder mit einem Lötkolben in Holz zu brennen. Wenig später lernte er mit Messern Intarsien zu schneiden und eigene Bildideen zu entwickeln. Seitdem fertigt er in einem richtigen Schaffensrausch immer neue Bilder: Vom Hahn mit dem Schnabel unterm Flügel über Kraniche und Flamingos, japanisch anmutende Wasserpflanzen bis hin zu Blüten und Blumen. Danben entstehen praktische Dinge, wie Spielbretter für Schach oder andere Brettspiele oder Stiefelauszieher.

Die Arbeiten des mittlerweile Mittfünfzigers dürfen wirtschaftlich nicht verwertet werden, weil er an einer staatlichen Qualifizierungsmaßnahme teilnimmt. Deshalb gibt der Werkhof die Werkstücke und Arbeiten gegen eine Art Unkostenbeitrag ab, um das Material und die Werkzeuge zu finanzieren. Der Erlös geht an den Werkhof, ein gemeinnütziges Beschäftigungsunternehmen der Kirche.