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Dienstag, 16. Oktober 2018

Die Frau ist nicht zu bremsen

„Ich bin süchtig nach Lernen“, hört sich wie ein Geständnis an, ist aber pure Leidenschaft gepaart mit gesundem Ehrgeiz. Die neue Leiterin beim Reinigungsservice, Esther Mayerhofer, kann sich noch für andere Dinge begeistern. Nähen gehört dazu, aber auch mit dem Rucksack durch Europa zu reisen – und arbeiten. Die gebürtige Straubingerin hat sich noch vor keiner Arbeit und keinem Job gescheut. Als alleinerziehende Mutter „hatte ich zeitweise drei Jobs, um uns durchzubringen“. Gut verdient hat sie dabei auch nicht immer, aber „arm macht erfinderisch“, lacht die zupackende Hauswirtschaftsmeisterin. Deshalb habe sie die Kleidung für sich und die Tochter meist selbst genäht.

Als das Mädel etwas größer war, begann sie selbst wieder die Schulbank zu drücken. Jahrelang fuhr sie jede Woche nach München, wälzte Arbeitsmappen, grub sich durch Fachliteratur und büffelte was das Zeug hält. Am Ende: Meisterdiplom und Meisterpreis als Jahrgangsbeste. Mayerhofer büffelte weiter, qualifizierte sich zur EcoCleaner-Trainerin, ist Hygienefachkraft, studierte mehrere Semester Hotel- und Tourismusmanagement. Zuletzt hat sie privat ein Haus entkernt und umgebaut. Jetzt will sie sich erst einmal auf die neue Aufgabe beim Werkhof konzentrieren. Als stellvertretende Leiterin im Bereich Hauswirtschaft in einem Kurbad, wo sie zuvor arbeitete, das war ihr zuwenig. Beim Werkhof ist sie mit der Bedingung eingestiegen, dass sie auch unterrichten kann – ein weiterer Bereich, für den sie brennt. Künftig wird sie also neben der Leitung des Bereichs Housekeeping und Facility-Management in Berufsfindungskursen des Werkhofs EcoCleaning unterrichten und beim kreatives Nähen anleiten.
Diese Frau ist nicht zu bremsen!