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1.Inklusive Jobmesse großer Erfolg für den Werkhof gGmbH

Mehr als 800 Gäste besuchten die 1.Inklusive Jobmesse im Regensburger Jahnstadion, die vom Werkhof gGmbH mitorganisiert wurde.
Bereits um 9 Uhr drängten sich die Besucher durch die Gänge im Jahnstadion. Mehr als 50 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung stellten sich an Ständen vor und gaben Einblicke in ihre Berufsperspektiven für Menschen mit Behinderung. Mittendrin, an einem eigenen Stand, auch Mitarbeiter des Werkhofs, die den Besuchern mit und ohne Behinderung über die Arbeitsfelder des Inklusionsbetriebs berichteten und sie zu Bewerbungen anregten. „Für uns als Inklusionsfirma war es eine Herzensaufgabe, hier dabei zu sein“, erklärte die Geschäftsführerin Angelika Krüger, die auch an der Gesamtorganisation der Messe beteiligt war, die vom Arbeitskreis „Inklusiver Arbeitsmarkt“ im Rahmen des Bündnisses „Regensburg inklusiv“ organisiert wurde.

Die Aufgaben rund um die Messe wurden zwischen den Organisatoren aufgeteilt. Angelika Krüger vom Werkhof hatte als Geschäftsführerin einer gemeinnützigen GmbH sich bereit erklärt, die finanzielle Abwicklung der Jobmesse zu koordinieren und dafür verantwortlich zu sein. So war intensiver Kontakt mit den Zuständigen am Veranstaltungsort, dem Jahnstadion notwendig, ebenso die Koordinierung der Medienarbeit. Im Speziellen kümmerte sie sich zudem um das 1.Job-Speed-Dating für Menschen mit Behinderung in Bayern, das der Werkhof gemeinsam mit Phönix e.V.  vorbereitete. Im Schnelldurchlauf treffen dabei Bewerber mit Behinderung und Arbeitgeber aufeinander, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt und ob sich intensivere Gespräche lohnen. „Aus Gesprächen mit Menschen mit Behinderung weiß ich, dass sie nur selten zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden“, erklärt Krüger. „Das wollen wir ändern.“
Das Verfahren des Job-Speed-Dating wurde von der Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ILS) auf die Bedürfnisse und Fragestellungen von Menschen mit Behinderung und Arbeitgebern angepasst. Im Vorfeld führten Mitarbeiter von ILS einen Coaching-Tag mit Bewerbern in den Räumen der Firma Continental am Standort in Regensburg durch. Die pädagogische Leitung des Werkhofs Hilde Eisenhut übernahm im Nachgang das Coaching der Arbeitgeber. Am Messetag hatten die Bewerber dann jeweils sieben Minuten Zeit für ein Gespräch. Ein lauter Gong beendete die Unterhaltung und die Bewerber rückten weiter. Ab 2023 soll es unter der Leitung von Phönix e.V. regelmäßig ein Job-Speed-Dating in Regensburg geben. 

Bei der Messe vor Ort war auch Bayerns Behindertenbeauftragter Holger Kiesel. Er zeigte sich beeindruckt von der Messe und sagte: „Inklusion muss noch stärker in den Köpfen der Menschen verankert werden.“ Für die Zukunft wünscht er sich weitere inklusive Jobmessen im Freistaat. Ob und wie die inklusive Jobmesse in Regensburg weitergeführt werden soll, ist noch offen. Ende Juni trifft sich der Arbeitskreis „Inklusiver Arbeitsmarkt“ das nächste Mal und will dann genau diese Frage diskutieren. 

Text: Martina Groh-Schad

 

Regensburgs 1. Inklusive Job-Messe – die Informations- und Begegnungsmesse rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Menschen mit Handicap sind besonders. Und: sie sind vielfach unterschätzt in ihrer Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit. Die Stadt Regensburg engagiert sich deshalb als Teil des Arbeitskreises Inklusiver Arbeitsmarkt besonders dabei, Menschen mit Behinderung in den so genannten "ersten Arbeitsmarkt" zu bekommen. Dazu ist es z.B. notwendig, Vorurteile abzubauen ("einen Menschen mit Behinderung kann man ja nicht kündigen") und die Chancen aufzuzeigen, die der Einsatz von Menschen mit Behinderung für Betriebe bieten kann. 

Im Rahmen von Regensburgs erster „Inklusiver Job-Messe“ –  veranstaltet durch den Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt – wollen wir hier aufklären und Arbeitsuchenden und sowie Unternehmen, Betrieben und Institutionen die Möglichkeit geben miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Messe findet – sofern es die Pandemie-Situation zulässt – Mitte 2022 statt.

  • Datum: Donnerstag, 02. Juni 2022
  • Uhrzeit: 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
  • Ort: Jahnstadion Regensburg

Vor allem Menschen mit Behinderung, Teilnehmenden an Wiedereingliederung, Schülerinnen und Schüler von Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken, von Reha-Maßnahmen, von Förderschulen am Übergang von der Schule ins Berufsleben aber auch Studierende und Hochschulabsolventinnen und -absolventen können sich an diesem Tag umfassend und praxisnah beruflich orientieren und mit Arbeitgebern der Region aus unterschiedlichsten Branchen in Kontakt treten.

Arbeitgebenden bieten wir die Möglichkeit, mit einem eigenen, kostenfreien Stand (Sie müssen nur Ihre Zeit investieren!) zu beteiligen und kommen Sie direkt in Kontakt mit ihren möglichen zukünftigen Mitarbeitern. Sie erhalten im Vorfeld Informationen und Tipps, können während der Messe an interessanten Workshops teilnehmen und auch gerne eine neue Form des Kennenlernens von Mitarbeitern ausprobieren: das inklusive Job-Speed-Dating!

Fragen zu Regensburgs erster „Inklusiven Job-Messe“ beantwortet gerne das Organisationsteam des Arbeitskreises Inklusiver Arbeitsmarkt:

Rolf Frey (Lebenshilfe)
0941/83008-30 (Mo bis Fr, 08:00-12:00 Uhr)
rolf.frey@rws-lh.de

Andreas Keller (Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz)
0941/7965-111
andreas.keller@hwkno.de

Workshops im Rahmen der Inklusiven Job-Messe am 02.06.2022 

Workshop 1 (10:30 Uhr):  Die besondere Bewerbung. So kriegen Sie den Job!

Inhalte:

Von der Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch – Personalerin und erfolgreicher Bewerber geben Tipps und Tricks aus der Praxis für Ihren Bewerbungsprozess

Die wichtigsten Tipps und Tricks gibt es dann noch als Handout.

  • Präsentation mit Tipps für den Bewerbungsprozess
  • Wie wird ein Lebenslauf richtig aufgebaut?
  • Wann und wie sende ich die Bewerbung am besten ab?
  • Wie bekämpfe ich Unsicherheit im Gespräch?
  • Was muss ich im Vorstellungsgespräch beachten?
  • Aus der Praxis erzählt: So habe ich den Job bekommen.

Geeignet für den folgenden Teilnehmerkreis: 
Potentielle Arbeitnehmer/ Bewerber 


Workshop 2 (11:30 Uhr):
 Das Budget für Arbeit: Eine alternative Beschäftigungsmöglichkeit für Menschen mit Behinderungen

Inhalte: 

Der Bezirk Oberpfalz stellt eine neue Möglichkeit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen vor: Das Budget für Arbeit.

Dieses soll insbesondere Menschen mit Behinderungen, die im Arbeitsbereich einer Werkstätte tätig sind, bzw. einen Anspruch auf Leistungen im Arbeitsbereich einer Werkstätte haben, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen.
 
 Hierfür leistet der Bezirk Oberpfalz einen Beitrag von bis zu 75 % des regelmäßig gezahlten Arbeitslohnes als Lohnkostenzuschuss für den Arbeitgeber zum Ausgleich der Leistungsminderung der beschäftigten Person (Stand 2022: max. 1.579,20 € monatlich). Zusätzlich werden ggf. die Kosten für die wegen der Behinderung erforderliche Anleitung und Begleitung am Arbeitsplatz (z. B. durch eine Assistenz) finanziert.

Geeignet für den folgenden Teilnehmerkreis:

  • Interessierte Menschen mit Behinderungen
  • Potentielle Arbeitgeber
  • Mitarbeiter:innen von Sozialleistungsträgern 

Workshop 3 (13:30 Uhr): Die neue Servicestelle für Arbeitgeber EAA- Oberpfalz (Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber in Bayern)

Inhalte:

Die EAA haben die Aufgabe, Arbeitgebern als Lotse für alle Fragen der Einstellung, Ausbildung, beruflichen Begleitung und Beschäftigungssicherung zur Verfügung zu stehen.

In einer kurzen Präsentation wird das Aufgabengebiet anhand von Beispielen dargestellt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Arbeitgeber durch die EAA unterstützt werden können.

Die 3 Inklusionsberater der EAA Oberpfalz (Martin Schmid, Matthias Schiessl und Andre Nickley) stellen sich und das neue Serviceangebot für Arbeitgeber vor.

Geeignet für den folgenden Teilnehmerkreis:

Arbeitgeber (Geschäftsführung, Inhaber, Personalverantwortliche, BEM-Beauftragte des Arbeitgebers, Betriebsärzte, etc.)

 

Workshop 4 (14:30 Uhr): Mein neuer Mitarbeiter hat eine Behinderung – wo finde ich als Arbeitgeber Unterstützung? 

Inhalte:

Experten des Inklusionsamtes und der Reha-Träger stellen konkrete Beispiele vor. Sie erklären, welche Hilfsmöglichkeiten und Förderleistungen es gibt, um Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Arbeitsleben zu unterstützen.

Arbeitgeber und Betroffene erfahren, welche Förderleistungen und Hilfestellungen die Kostenträger anbieten können und unter welchen Voraussetzungen Leistungen möglich sind.

Geeignet für den folgenden Teilnehmerkreis:

Arbeitgeber (und Arbeitnehmer)